Papier war geduldig

Nachdem die Musikindustrie mittlerweile eingesehen hat, dass “digital” nicht aufzuhalten ist, ziehen nun allem Anschein nach auch die Printmedien nach. Angestoßen durch eine Meldung bei mashable, in der eine Art “Hulu für Magazine” – noch ohne Namen – als bevorstehende Neugründung angekündigt wird, soll dieser Blogpost den status quo des digitalisierten Druckerzeugnisses etwas beleuchten.

Wer bis vor einigen Jahren ein eBook lesen wollte mußte dies meist am PC tun. Ein wenig komfortabler waren Handhelds oder Tablet-PCs. Der Hauptknackpunkt von letzteren beiden war und ist aber letztlich der dauerhafte Strombedarf des Displays zur Darstellung des Buchinhaltes. Keine Steckdose vorhanden oder Akku leer? Pech gehabt!

Bis sich die findigen Tüftler vom MIT des Problems annahmen und kurzerhand eine neue Display-Technologie names E-Ink entwarfen. Der Clou dabei: nur der Anzeigewechsel kostet Energie. Die reine Darstellung nicht. Perfekt also für die Darstellung längerer Texte, für deren Bearbeitung der Benutzer eine mehr oder weniger lange Zeitspanne benötigt.

Angefeuert durch den ersten kommerziell wirklich erfolgreichen eBook-Reader Kindle von Amazon stiegen die eBook Verkaufszahlen in den USA seit Markteinführung des Kindle Ende 2007 rapide.

Auch für Deutschland wird mit einem rasanten Anstieg der Verkäufe von eBooks und Lesegeräten gerechnet (siehe z.B. statista). Passend dazu ist nun mit txtr ein weiterer vielversprechender Mitspieler gestartet, der Kindle & Co sicherlich den ein oder anderen Marktanteil abluchsen kann. Im Hause txtr arbeitet man zumindest auch schonmal fleissig am passenden Buchangebot.

Und als Sahnehäubchen auch noch Magazine? Ganz so schnell wird das Ganze sicher nicht vonstatten gehen, schon allein aufgrund der für ein Magazin doch durchaus nicht unerheblichen Komponente “Farbe”. Diese können derzeit handelsübliche E-Ink Displays noch nicht darstellen. (Und wer will schon seine Micky Maus in schwarz-weiß lesen?) Laut heise könnte es aber bereits zum Weihnachtsgeschäft 2010 soweit sein.

Man darf sich also nach den tiefgreifenden Veränderungen in Musik- und Filmindustrie auf eine Zeitenwende im Bereich der Printmedien (gibt es dafür schon einen neuen Begriff?) gefasst machen. Papier war lange genug geduldig, von jetzt an wird es Kunststoff sein müssen.

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Udo Gröbner

Developer at the crealytics innovation hub. Interested in new technologies, pragmatic solutions and stuff that works.

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