„Bio, fair & 100% vegan“ – Green Online Marketing

Immer mehr Unternehmen setzen auf Green Marketing. Wie sinnvoll ist die Verwendung von Schlagwörtern wie “nachhaltig”, “öko” & Co im Suchmaschinenmarketing?

Hauptsache grün! Das hat sich wohl auch Mc Donalds gedacht, als entschieden wurde, das Corporate Design von rot auf grün umzustellen. (Neugierig wie das dann aussieht?) Vertraut man Wikipedia, so gehört das Mc Donalds Logo „zu den bekanntesten Symbolen weltweit“. Dieses einzigartige Markenimage durch eine derartig krasse Farbänderung zu gefährden, ist eigentlich absurd. Die Signalfarbe Rot, die einen in unbekannten Großstädten überall auf der Welt sofort den Weg zum vertrauten Fast Food Lokal weist, austauschen gegen ein unauffälliges Kupfergrün?

Es wäre naiv zu glauben, Mc Donalds hätte sich diesen Schritt nicht lange überlegt und seine Auswirkungen ausgiebig geprüft. Das ökologische Bewusstsein weltweit war vermutlich noch nie so hoch wie in diesem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhundert. Tendenz steigend. Und entsprechend sensibel reagieren Konsumenten auf Schlagwörter, Symbole und Farben, die mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht werden.

Diese Entwicklung wurde natürlich auch von den Marketing-Experten der großen Firmen längst entdeckt und ausgiebig verwertet. Ereignisse wie die Weltklimakonferenz in Kopenhagen bieten den optimalen Anlass, die eigenen Umwelt-Bemühungen medienwirksam der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das alles wäre ja eigentlich schön und gut, zeugt es doch von einem steigenden Umweltbewusstsein in der breiten Bevölkerung sowie in den Unternehmen. Leider sind es oftmals aber genau diejenigen Unternehmen, die ein schlechtes Image in Sachen Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit aufzuweisen haben, die die intensivsten grünen Marketing-Kampagnen ins Leben rufen und so versuchen, ihr Image wieder „sauber zu waschen“ (Greenwashing).

Zurück zum eigentlichen Thema, dem SEM: Die starke Präsenz und die eindeutig positive Besetzung ökologischer Schlagwörter in den Köpfen der Konsumenten verführt geradezu dazu, solche Begriffe auch im Suchmaschinenmarketing intensiv einzusetzen. Eine deutlich höhere Klickrate ist nicht selten die direkte Folge.

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Doch Vorsicht ist hierbei geboten: Zum einen ist zu erwarten, dass die ökologisch verantwortungsbewussten Käufer genauestens überprüfen, ob ein Produkt tatsächlich hält, was es verspricht, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. Verfügt der beworbene Online-Shop weder über einschlägige Umwelt-Zertifikate noch über eine seriöse Corporate Policy zu Umweltschutz, Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit, so besteht die Gefahr, dass zwar die Klickrate steigt, die Konversionsrate aber deutlich zurückgeht.

Auf der anderen Seite besteht mittel- bis langfristig die Gefahr der Übersättigung. Auch wenn der sogenannte Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS) zu den Megatrends der letzen Jahre gehört, könnte übermäßiges Green Marketing und Greenwashing schnell dazu führen, dass Konsumenten gegen ökologische Schlagwörter nicht nur abstumpfen, sondern diese in Zusammenhang mit Konsum sogar negativ konnotieren.

Fazit: Echte Öko- und LOHAS-Produkte müssen natürlich auch mit den entsprechenden Begriffen beworben werden; bei allen anderen Produkten sollte man auf Öko-Schlagwörter eher verzichten selbst wenn die Klickraten eher dafür sprechen würden.

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Andreas Meyer

Andreas Meyer has been an PPC specialist since 2009. In the years since, he has been in charge of accounts of all sizes among diverse industries. As of 2014, he works as a PPC analyst in the Business Intelligence division. His areas of expertise are PPC account optimization and Google Shopping.