Facebook transzendiert das Netz

Wie Mark Zuckerberg, Chef von Facebook, auf der  Entwicklerkonferenz f8 mitgeteilt hat, wird man zukünftig auch außerhalb der Domain facebook.com auf Inhalte des sozialen Netzwerks stoßen. Über “Like”-Buttons können sich Mitglieder beispielsweise zu Produkten in einem Shop  bekennen.

Eine vollständige Übersicht über die Integrationsmöglichkeiten findet sich bei Facebook. Diese Informationen werden den Shopbetreibern zur Verfügung gestellt werden, so dass eine wahrhaft personalisierte Produktauswahl an prominenten Stellen platziert werden kann. Doch auch auf die favorisierten Produkte, Songs oder Bücher der Facebook-Freunde werden die Shop-Betreiber zugreifen können. Auf diese Weise kann man genauere Rückschlüsse ziehen, was den potenziellen Kunden interessieren könnte.

Da Facebook über 400 Millionen Mitglieder besitzt und anzunehmen ist, dass viele große Shopbetreiber diese Verkaufsförderungsmöglichkeiten nutzen wollen werden, kann man damit rechnen, dass diese Funktionalität tiefgreifende Änderungen im Netz hervorrufen wird. Denn Facebook schickt sich immer mehr an, Google den Rang abzulaufen. Bisher war ein großer Nachteil von Facebook, dass man sich auf Facebook einloggen musste, um an seinen Diensten teilnehmen zu können. Nun hat Zuckerberg den ersten Schritt getan, um dieses “Metaweb” zu verlassen.

Dementsprechend groß ist auch das mediale Echo, dass diese Ankündigung im Netz gefunden hat (weiter hier oder hier).

Die Frage, die Datenschützer umtreiben wird, ist wohl, wie – und ob – man sich dieser Datensammelei wird entziehen können. Die letzten Änderungen an Facebook zogen regelmäßig Proteste von besorgten Nutzern nach sich, die sich einer Überwachung Orwell’schen Ausmaßes ausgeliefert sahen. Nun droht diese Welle auf den Rest des (kommerziellen) Internets auszuweiten.

Neben den Datenschützern wird diese Stoßrichtung besonders Google beunruhigen – denn warum sollte man zukünftig Google befragen, wenn man die besten Tipps ungefragt von seinen Freunden bekommen kann? Das Informationsmonopol von Google schein damit einen ernstzunehmenden Herausforderer gefunden zu haben. Im Gegenzug sind die Versuche Googles, in das Revier von Facebook vorzudringen, eher mit spärlichem Erfolg gesegnet gewesen (Man denke an Orkut, Buzz etc.).

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Torsten Christ

Torsten Christ has worked intensively with Paid Search since 2010 and has actively helped shape the company's development. As head of Campaign Management, the online-marketing enthusiast leads a team of 30 employees who are responsible for the conception and implementation of online marketing campaigns for some of Europe’s largest online retailers.