Google und eCommerce: Was treibt Google an?

Es fällt langsam schwer, den Überblick über alle kostenlosen Services und Beta-Tests von Google im Online-Marketing und eCommerce zu behalten. Was ist Googles Motivation, die Conversion Rate der Shops mit den zahlreichen, teilweise kostenlosen Services wie Analytics, Conversion Optimizer, Google Checkout oder Commerce Search zu verbessern?

1. Die Zahlungsbereitschaft für Adwords erhöhen: Je höher die Conversion Rate, desto mehr kann der Shopbetreiber pro Click (Cost per Click, CPC) für bezahlte Suchergebnisse bei Adwords ausgeben.

2. Adwords automatisieren

a) Keine Keyword-Gebote mehr: mit CPA-Geboten für Produkte. Hat der Shopbetreiber das Goolge Conversion Tracking mit Adwords verknüpft, kann man Google ein CPA-Gebot vorgeben: wieviel bin ich bereit pro Verkauf eines Produktes maximal an Werbeausgaben zu tragen? Google setzt darauf automatisch Keyword-Gebote, die innerhalb dieses Rahmens liegen.

b) keine Gebote, keine Keywords, keine Anzeigen mehr: mit Product Listing Ads. Einen Schritt weiter geht die Anzeigenschaltung, die nicht auf Keywords, sondern nur auf die Produktbeschreibung des Google Merchant Centers zurückgeht. Google überprüft, ob eine Suchanfrage zu den Produkten passt. Der Shopbetreiber muss sich nicht mehr um Keywords oder Anzeigen kümmern; als Anzeige erscheint nur das Produktbild, Kurzbeschreibung und Preis. Das Gebot setzt Google wiederum automatisch per CPA-Vorgabe.

Mit diesem bequemen Service kann Google neue Kunden für Adwords gewinnen, also das Gesamtvolumen erhöhen.

3. Langfristig: eCommerce by Google? Excitingcommerce spricht von einem “Parallelen Shopping-Universum” von Google, das sich über aktuelle eCommerce-Lösungen legt, indem es Teilprozesse übernimmt. Wird es irgendwann eine komplette eCommerce-Lösung von Google geben? Entscheidend wird sein, ob Google mit den bisherigen Teilservices einen so starken Mehrwert bietet, so dass viele Shops nicht umhinkönnen, diese einzusetzen UND über diese Services ausreichend Daten an Google fließen, um das Kernprodukt Adwords weiter zu verbessern und auszubauen. Diese Bedingungen scheinen derzeit voll erfüllt; Google ist mit der Bereitstellung der Teilservices so erfolgreich, dass es einer Integration der Services nicht bedarf.

Der Shopbetreiber-Blog hat ein anderes Ziel von Google ausgemacht: den Shopping-Prozess, der bisher aus “Suchen”, “Auswählen”, “Bestellen” bestand, zusammenführen und zu einem Shopping-Erlebnis machen, dessen entscheidende Teile sich bei Google abspielen. In den USA ist Google über die Produktsuche schon zum Preisvergleicher Nummer 1 aufgestiegen:  Es geht also darum, die kritischen Punkte im Kaufprozess zu besetzen, für die die Werbetreibenden bereit sind, Teile ihrer Marge abzugeben.

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Johannes Tarnow

Johannes is an online marketing enthusiast with strong analytical skills. He has built and led teams with over 30 PPC experts managing 7 digit monthly budgets. Today, he advises Europe's largest retailers on online marketing strategy.

  • Gute Zusammenfassung! Zudem wird Google weiterhin versuchen, den Kaufprozess in einer früheren Phase zu beeinflussen. Die Messbarkeit des Werbeerfolgs (bzw. -misserfolgs), die Google zu dem gemacht hat, was es heute ist, könnte dabei allerdings ein Hemmschuh sein. Das Content Netzwerk kommt vermutlich aus diesem Grund (low ROI) nicht so richtig zum Fliegen.

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