Facebook: Studien bestätigen Potenzial von SMM

Facebook hat erst kürzlich die 800-Millionen-Marke bei den aktiven Nutzern, also denen, die sich mindestens ein Mal pro Monat auf Facebook einloggen, geknackt. Somit nutzt fast jeder 9. Mensch auf diesem Planeten die Plattform aus Palo Alto. Bei dieser Nutzerzahl und der dahinter steckenden Menge an Daten und Informationen, verwundert es nicht, dass inzwischen immer mehr Unternehmen Zeit und Geld in die sozialen Medien, und allen voran Facebook, investieren. Gefühlt jede Woche gibt es neue Studien und Auswertungen zum Thema f-Commerce. In den letzten Tagen wurden nun zwei neue Studien vorgestellt, auf die ich an dieser Stelle etwas eingehen möchte.

IBM Global CMO Study

IBM hat eine globale Studie vorgelegt, in der 1700 Marketingleiter befragt wurden, welche großen Herausforderungen in der Zukunft zu bewältigen sind und wie sie darauf reagieren werden bzw. sollen. Thomas Hutter hat sich in seinem Blog der Studie angenommen und diese ausführlich vorgestellt. Eine der größten Herausforderungen stellt dabei Social Media dar. Mehr als 50% der Befragten geben an, dass die sozialen Medien das Marketing zukünftig stark beeinflussen werden, aber nur knapp 35% geben an, ausreichend darauf vorbereitet zu sein. Dies zeigt deutlich, welches Potenzial auf beiden Seiten – der der Plattform und der des Unternehmens – noch vorhanden ist und in welchen Bereichen Nachholbedarf besteht.

 

Die vier größten Herausforderungen
via Thomas Hutter

 

Alles verlagert sich nach und nach in das Internet. Die heutige Generation teilt ihr Leben im Internet, shoppt im Internet und kommuniziert über das Internet. Durch die verstärkte Nutzung der neuen Möglichkeiten im Web 2.0 und den sozialen Plattformen ergeben sich so riesige Datenmengen, die in irgendeiner Form verwertet und gemanaget werden müssen. Diese Daten beinhalten beinahe unendlich viele Informationen über (mögliche) Kunden.

Um diese neue Generation an Kunden besser verstehen zu können, nutzen die meisten Unternehmen noch immer traditionelle Technologien oder Methoden, wie z.B. Marktforschung, Wettbewerbsvergleiche oder Vertriebsdaten. Die IBM-Studie zeigt allerdings, dass in den nächsten Jahren verstärkt in Social Media und andere Technologien investiert werden wird, um das volle Potenzial der freiwillig bereitgestellten Datenmenge zu nutzen – und der größte Hebel ist hier mit Sicherheit Social Media.

 

Neue Technologien
via Thomas Hutter

 

Allerdings sehen sich viele der Marketingleiter ürden ausgesetzt, die dem Einsatz von Soocial Media & Co. noch im Wege stehen. An erster Stelle stehen, wie immer, die Kosten. Social Media bedeutet viel Interaktion, Engagement und Kreativität, und somit auch viel Zeit und hohe Kosten. Zusätzlich gibt es das immer wieder diskutierte Problem der Messbarkeit des ROI. Aus heutiger Sicht ist es relativ schwer, den Nutzen der neuen Technologien zu messen und zu quantifizieren. Für manche Maßnahmen wie das Kampagnenmanagement oder Suchmaschinenmarketing ist die Messbarkeit durch eine verstärkte Zusammenarbeit von IT und Marketing inzwischen möglich geworden, aber gerade für soziale Medien wie Facebook ist man davon noch weit entfernt. Dies sieht man unter anderem an den vielen Diskussionen zum Thema Fanwert und Bestimmung desselben.

Trotzdem wird die Umstellung auf digitale Technologien zukünftig verstärkt zu beobachten sein. Vorrangiges Ziel der Umstellung wird die verbesserte Kundenbindung und -unterstützung sein (67% der Befragten). 56% erhoffen sich durch die Umstellung eine Nutzung von Social Media als Informationskanal. An dieser Stelle muss ich allerdings auf die IBM-Studie aus dem August verweisen. Damals gaben mehr als 70% der befragten Unternehmen an, dass sich ihrer Meinung nach Nutzer von sozialen Seiten mit einem Unternehmen vernetzen, um Informationen (z.B. zu Produkten) zu erhalten. Dies deckt sich mit der jetzigen Studie.  Jedoch gab der größte Teil der Nutzer an, sich aufgrund von Rabatten oder Angeboten mit Unternehmens-Seiten zu vernetzen. Eine wirkliche Veränderung in der Denkweise der Marketingleiter ist hier noch nicht zu beobachten. Der Fokus auf der Nutzung von z.B. Facebook als reinen Informationskanal ist falsch und wird nicht funktionieren. Marketingleiter müssen sich von dieser Idee keinesfalls vollständig verabschieden, sollten ihren Horizont allerdings erweitern.

Nielsen-Studie: How Social Media Impacts Brand Marketing  

Die gemischten Erwartungen von “Fans” zeigt auch die Studie von Nielsen. Während sich 41% der Nutzer von sozialen Medien aufgrund von Rabatten mit dem Unternehmen vernetzen,  geben 53% an, mehr über das Produkt erfahren zu wollen. 61% der Befragten wollen gar Anerkennung für die Leistung des Unternehmens mit diesem und den Freunden teilen. Dies macht deutlich, wie wichtig es ist, alle Facetten abzudecken und dem Nutzer ein möglichst breites Spektrum an relevanten Informationen zukommen zu lassen. Nur so kann auch das Unternehmen vom Kunden lernen.

Nielsen fragte die Teilnehmer der Studie zudem, welche Möglichkeiten der Produkt- und Service-Information sie nutzen würden. Von den Befragten (nur Nutzer von sozialen Medien) gaben 63% bzw. 62% an, Kundenbewertungen und Kundenreviews seien die wichtigsten Informationsquellen. Die Facebook-Fanseite des Unternehmens landet mit immerhin 15% an achter Stelle.

Aber Achtung: Kundenbewertungen und -reviews können Teil einer Unternehemensseite sein oder sind es zum Teil bereits. Hier eröffnet Facebook durch seine Plugins und die Viralität der Meldungen weitgreifende Möglichkeiten diese Quellen zu implementieren.

 

Bevorzugte Quellen

 

Facebook arbeitet verstärkt an Möglichkeiten, Meinungen von Fans einem großen Publikum zugänglich zu machen, so dass der “Kunde” für Bewertungen o.ä. die Plattform nicht mehr verlassen muss. Jüngstes Beispiel sind die neuen “Page Post Ads”, die seit kurzem verfügbar sind.

Social Media verfügt über ein beinahe unerschöpfliches Potenzial für Unternehmen. Sollten die Wachstumszahlen konstant bleiben, wird kaum ein Unternehmen daran vorbeikommen. Wo sonst hat man in einem Marketingkanal eine solche Fülle von Möglichkeiten: Von Umsatzgenerierung über Produktverbesserung bis hin zu Kundenbindung oder Markenbewusstsein.

 

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Maximilian Hainlein

I'm working for crealytics as Social Media and Marketing Manager since 2011. My motto: "It's better to be the needle than the haystack."