Rückspiegel: iOS 9 mit Werbeblocker, Google’s Neuerungen des Shopping Feeds sowie ein Rückblick auf die New Platform Advertising-Konferenz

Es ist Montag, es ist Zeit für den Rückspiegel. Vergangene Woche hörte die Szene mit gemischten Gefühlen von Apples neuem Betriebssystem iOS 9, welches die Ausblendung von mobilen Werbeanzeigen ermöglichen soll. Außerdem in der letzten Woche: Neuerungen in Google’s Produktfeedspezifikationen und Produktkategorisierungen für Shopping sowie die Premiere der ‚New Platform Advertising’-Konferenz.

Neues Betriebssystem iOS 9 kann Werbung blocken

Neue Informationen zu Apples iOS 9 vergangene Woche ließ Werbetreibende aufhorchen: das im Herbst erscheinende Betriebssystem soll das Blocken von Werbung im Safari-Browser auf iPhones und iPads ermöglichen, wie Internetworld berichtet. Mithilfe der „Content Blocking Safari Extensions“ wird sogar die Ausspielung von Bildern unterdrückt werden können.

Was könnte Apples Ziel sein? Safari ist derzeit einer der führenden Browser im mobilen Bereich: im März wurde Safari laut Betanews in den USA in 55 Prozent der Fälle zur mobilen Internetnutzung über Smartphones und Tablets herangezogen. Doch Apple verdient kein Geld mit Safari. Nun könnte Apple seinen Nutzern mit dem Werbeblocker einfach ein besseres Web-Erlebnis anbieten wollen. Einige kritische Zungen behaupten jedoch, dass es Apple darum geht, Apps und somit den eigenen App Store attraktiver zu machen. Indem Publisher daran gehindert werden, Werbung im Web zu schalten, müssen sie ihr Geld anderswo verdienen, z.B. mit iAds im App Store oder auf iTunes? Apple hat seiner Werbeplattform iAd zuletzt über verschiedene Akquisitionen wieder neues Leben eingehaucht.

Es bleibt also abzuwarten, welche Auswirkung die Ausblendung mobiler Anzeigen auf das Suchmaschinenmarketing mit sich bringt. Schaden würde dieses Feature aber mit Sicherheit den großen Werbegiganten Google und Facebook, die sich bereits mit Adblock herumschlagen müssen.

Neuerungen der Google-Produktfeedspezifikationen und Produktkategorisierungen

Google stellt seine Updates der Shopping-Produktfeedspezifikationen (engl.: Shopping Feed Specification) und Produktkategorisierung (engl.: Product Taxonomy) vor. In Zukunft soll die Online-Suche nach Produkten für die Nutzer ein noch größeres Erlebnis und der Prozess Informationen im Feed bereitzustellen für Werbetreibende noch leichter sein. Zu den Änderungen zählen u.a feste numerische IDs der Produktkategorien oder die Erweiterung der Versandanforderungen auf weitere Länder. Eine ausführliche Liste der Änderungen findet Ihr auf dem AdWords Blog.

Das Update erfordert einige Änderungen der Produktangaben Eurerseits, die spätestens bis September erfolgt sein müssen.

New Platform Advertising: neues Konferenzformat mit spannenden Einblicken

Vergangene Woche fand in Hamburg zum ersten Mal die „New Platform Advertising“-Konferenz statt. Das neue Format setzt auf Werbeplattformen, die heute vielleicht noch nicht bei jedem Marketer auf der To-Do-Liste stehen, aber in der Zukunft große Chancen und Gelegenheiten bieten, wie beispielsweise Pinterest, Snapchat oder Instagram.

Wir haben für Euch die wichtigsten Trends der internationalen Konferenz kurz zusammengefasst:

  • Plattformen wie Pinterest und Snapchat wachsen enorm. Nordstrom USA macht bereits genauso viel Traffic über Pinterest wie über Facebook.

  • Die Plattformen gehen weg von transaktionalem Marketing zu Branding, das sich nahtlos in den User-Kontext einfügt. Auf Snapchat und Twitter ist ‘Sponsored Content’ über Multiplikatoren wichtig. ‘Sponsored Pins’ sind quasi Native Advertising.

  • Die Plattformen versuchen die User zu binden, die an Advertiser nur „ausgeliehen“ werden. Folglich wird der Buy-Button überall kommen: auf Twitter, Snapchat, Pinterest. Den Trend haben wir kürzlich auf Etailment.de beleuchtet.

  • Product Advertising wird intensiviert auf Twitter und Pinterest.

  • In Asien ist e-commerce per Chat omnipräsent, z.B. über Wechat.

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Maximilian Hainlein

I'm working for crealytics as Social Media and Marketing Manager since 2011. My motto: "It's better to be the needle than the haystack."

  • Alexander Paluch

    Google hat schon inoffiziell bestätigt [1], dass Mobile Product Listing Ads in Zukunft einen ‘Buy Button’ noch auf der Google-Site selbst bekommen werden. Der Suchende muss damit nicht mehr zur Website des Advertisers selbst (und sich dort bei Kaufwunsch mühsam registrieren, Kontodaten eingeben und auschecken) – sondern wird eher einen 1-Click Button a la Amazon vorfinden.

    Google’s Motivation dürfte ziemlich klar sein: Durch den ‘Buy Button’ sollen Mobile Conversion Rates optimiert werden. Damit werden Mobile Clicks wiederum interessanter für Advertiser was die CPCs zu Googles Gunsten in die Höhe treiben dürfte. Denn derzeit reissen sich die Advertiser noch nicht genug um Mobile Werbung – die Effekte sind zu schwer messbar.

    Von diesem Gesichtspunkt her macht Apple’s Werbeblocker Strategie noch mehr Sinn: wenn Google den Checkoutprozess in der Hand hat, wird der Browser auch auf mobilen Geräten das Einfallstor in die Konsumwelt – und Apps verlieren an Bedeutung. Das ist ganz sicher nicht in Apples Interesse.

    [1] http://recode.net/2015/05/27/google-confirms-buy-button-is-coming

    • Maximilian Hainlein

      Hi Alex, dass der Buy Button für Apple zur Bedrohung werden könnte, ist ein sehr guter Punkt. Twitter, Pinterest, etc. werden auf kurz oder lang alle einen Buy Button in ihren Apps integrieren, was diese Apps dann ja wieder interessanter macht, der Großteil der “Shopping Apps” aber könnte darunter leiden.