Wie wir +8 Mio. Anzeigen verlustfrei auf Upgraded URL umgestellt haben

Der 1. Juli war Google’s Stichtag für seine Upgraded URLs, mit welchen der Technologiekonzern Marketers zukünftig ein sehr viel leichteres Leben verspricht. Bis zu diesem Zeitpunkt galt es für Werbetreibende jedoch erst einmal, die Umstellung hunderttausender von URLs zu bewältigen – und zwar möglichst ohne dadurch an Performance einzubüßen. Während einige von ihnen durchaus ihre Schwierigkeiten mit der Umstellung hatten, verlief diese bei uns (mit nicht unerheblichem Aufwand) erfolgreich: 19 Millionen Keywords und 8,5 Millionen Anzeigen konnten ohne Leistungseinbußen migriert werden. Wie wir das geschafft haben möchte ich Euch heute kurz erläutern.

Mit der einfachen Umstellungsoption die Richtlinenüberprüfung umgehen

Im Februar kündigte Google seine Upgraded URLs an und stellte Nutzern gleichzeitig verschiedene Umstellungsoptionen zur Verfügung. Wir haben uns für die einfache Umstellungsoption entschieden: mithilfe dieser Methode konnten bereits existierende Anzeigen umgestellt werden, ohne dass diese die unliebsamen Richtlinienüberprüfung durchlaufen mussten.

Beachte: Wir schreiben heute den 7. Juli und noch immer funktionieren die Umstellungsoptionen – entgegen Google’s Ankündigung. Werbetreibende haben somit auch weiterhin die Möglichkeit, die einfache Umstellungsoption auf ihre Anzeigen anzuwenden.

Das ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil die Richtlinienüberprüfung verheerende Auswirkungen auf die Leistung Eures AdWords-Kontos haben kann:

  1. Der Prozess kann sich über mehrere Tage strecken, währenddessen Eure Anzeigen nicht geschaltet werden.
  2. Anzeigen, die früher den Google-Richtlinien entsprochen haben, können nun abgelehnt werden – und im schlimmsten Fall muss der Werbetreibende neue Anzeigen erstellen.
  3. Der Qualitätsfaktor kann einbrechen und dadurch einen höheren Klickpreis sowie verringerten Traffic verursachen.

Die Umstellung stellte demnach eine ernstzunehmende Herausforderung für die bestehenden Konten unserer Kunden dar und war mit größter Vorsicht anzugehen.

Bevor wir die Anzeigen umstellen konnten, mussten wir uns um die Keywords kümmern, wobei wir uns für eine halbautomatische Umstellung entschieden. Wir entwickelten ein kleines Tool, mit dem wir alle Keywords eines Kontos herunterladen und bestehende URLs konvertieren konnten. Das Ergebnis waren mehrere Excel-Dateien, die wir wieder hochladen konnten. Auf diese Weise konnten wir Unmengen an Keywords en gros umstellen, während unsere Account- und Kampagnenmanager zusätzliche Qualitätskontrollen durchführen konnten.

Workarounds für Google-Fehler bei einfacher Umstellung

Was die Anzeigen angeht hatten wir uns für den vollautomatischen Prozess im Rahmen der einfachen Umstellung entschieden. AdWords hatte dabei besonderen Wert darauf gelegt, dass nur Anzeigen mit identischer URL vom System akzeptiert wurden. Das hieß, solange die neue Tracking-Vorlage und die Finale URL der alten Ziel-URL entsprachen, konnten Anzeigen umgestellt werden ohne die Richtlinienüberprüfung durchlaufen zu müssen.

Zeitweise war das ganz schön mühselig, da die AdWords-Umstellungsroutine fehlerhaft war. Unsere Entwickler arbeiteten täglich mit ihren Ansprechpartnern bei Google zusammen – und fanden einen zwischenzeitlichen Workaround. Wenn Euch dieser Workaround interessieren, findet Ihr weitere Informationen in unserem Blogbeitrag „Upgraded URLs: Übergangslösung für Fehler bei einfacher Umstellung“.

Nicht umstellbare Anzeigen kopieren – und so die Richlinienüberprüfung entschärfen

Wir konnten insgesamt 98% unserer Anzeigen über die einfache Methode umstellen. Leider gab es auch ein paar wenige Anzeigen, die sich partout nicht umstellen lassen wollten. Für diese Anzeigen mussten wir schließlich die folgende Methode anwenden (die auch noch nach dem 1. Juli genutzt werden kann) und empfehlen euch definitiv, dass auch Ihr diese Methode bei noch nicht umgestellten Anzeigengruppen mit hohem Traffic anwendet:

  1. Lass bestehende Anzeigen mit ihren alten Ziel-URLs vorerst weiter laufen – keine Sorge: sie werden sowieso noch einige Monate geschaltet werden.
  2. Erstelle eine Kopie der Anzeige – und weise ihr die Finale URL zu. Die neue Anzeige kann so nun sicher die Richtlinienüberprüfung durchlaufen, während die alte Anzeige in der Zwischenzeit weiterhin geschaltet wird.

Ergebnis

Letztendlich haben wir es geschafft, ganze 19 Millionen Keywords und 8,5 Millionen Anzeigen umzustellen, und damit die Umstellung für alle unsere Kunden ohne Verluste im Hinblick auf die Performance oder den Qualitätsfaktor erfolgreich abgeschlossen.

Was waren Eure Erfahrungen mit dem Upgrade?

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Alexander Paluch

Alexander has several years of experience as an IT consultant and Product Owner in the e-commerce industry. Today he works as a Senior Product Manager for crealytics.

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