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Rückspiegel #17: Die Quartalszahlen von Google, Amazon und Facebook sowie Googles „mobile friendly“ Update

Rueckspiegel_17

Montag – Zeit für unseren wöchentlichen Rückspiegel. In den vergangenen Tagen blickte die Szene gespannt auf die Quartalszahlen der Schwerkaliber Amazon, Facebook und Google. Daneben stand vor allem das „mobile friendly“ Algorithmus-Update von Google im Mittelpunkt.

Google, Amazon, Facebook: Höhen- und Tiefflüge im ersten Quartal 2015

Gleich mehrere E-Commerce-Schwergewichte gaben letzte Woche die Zahlen für das erste Quartal 2015 bekannt:

  • Google konnte im ersten Quartal dieses Jahres gesteigerte Umsätze verbuchen: die Zahlen stiegen von 15,42 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 17,26 Milliarden US-Dollar. Mit 15,5 Milliarden US-Dollar hat das Werbegeschäft – insbesondere die steigende Nachfrage nach Google Shopping – dabei den größten Anteil am Umsatz des Internet-Konzerns. Zuletzt hatte das Wall Street Journal zudem von einem Vorstoß Googles im Bereich Zielgruppen-basiertem SEA berichtet, den Search Engine Land hier nochmals aufgreift und das Potential vertieft.
  • Facebook konnte mit rund einer Milliarde US-Dollar Umsatzwachstum im Vergleich zur Vorjahrsperiode ebenfalls auf ein erfolgreiches erstes Quartal von insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar zurückblicken. Auch die Werbeumsätze des Social-Media-Giganten steigerten sich von 2,3 Milliarden US-Dollar auf rund 3,3 Milliarden US-Dollar in Q1. Größter Umsatztreiber im vergangenen Quartal war dabei der Bereich mobiler Werbung, der rund 73 Prozent der Werbeeinnahmen ausmachte. Da verwundert es nicht, dass es einige Menschen da draußen gibt, z.B. Armando Biondi auf VentureBeat, die schon das Ende Googles durch Facebook vorhersehen.
  • Amazon, das mit eigenen Produktanzeigen zusätzlichen Umsatz generieren möchte, hat die Erwartungen der Analysten hinsichtlich der Unternehmensumsätze im ersten Quartal sogar übertroffen und verbucht mit 22,7 Milliarden US-Dollar eine Steigerung um 15 Prozent im Vergleich zu 19,7 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Allerdings verbuchte der Konzern insgesamt einen Verlust in Höhe von 57 Millionen US-Dollar und steht somit aktuell in den roten Zahlen.

„Mobile friendly“ Update für mobile Suchergebnisse wurde ausgerollt

Wie seroundtable berichtet, brachte Google am 21. April das schon vor einer Weile angekündigte „mobile friendly“ Update auf die Straße, das in Zukunft im Rahmen mobiler Suchergebnisse greifen wird. Damit gab der Internet-Konzern zum ersten Mal die Veröffentlichung eines neuen Algorithmus mit genauem Datum bekannt. Laut TheSEMPost testet Google die neuen „mobile friendly“ Tags auch bereits in AdWords-Anzeigen. Allerdings belaufe es sich dabei aktuell nur auf Tests – Pläne, den Tag in AdWords einzubauen, gäbe es aktuell noch nicht, so ein Sprecher des Google-Konzerns.


Anzeigen buchen trotz Präsenz in den organischen Ergebnissen? Eine Studie sagt ja!

Angenommen der eigene Shop ist bei den relevanten Suchbegriffen in den Ergebnisseiten präsent. Lohnt es sich dann, zusätzlich Werbeanzeigen (AdWords, etc.) bei der Suchmaschinen zu schalten? Diesen Fragen sind Sha Yan und Anindya Ghose in einer Studie nachgegangen, die im Journal Marketing Science erscheinen wird: Analyzing the Relationship Between Organic and Sponsored Search Advertising: Positive, Negative, or Zero Interdependence?

In Kooperation mit einem großen amerikanischen Einzelhändler stand eine beeindruckende Datengrundlage zur Verfügung: 5,4 Millionen Suchanfragen. 98 Tausend Klicks auf bezahlte Anzeigen, 7 Tausend auf organische kostenlose Ergebnisse. Davon haben dann 1600 Klicks konvertiert. Die dadurch erzielten Einnahmen und die Margen der Produkte waren bekannt.

Die Autoren beschreiben ein hierarchisches Bayessches Modell, welches das Klickverhalten der Surfer, deren Conversion-Wahrscheinlichkeit, und die Klick-Kosten abbildet. Als Variablen werden dabei unter anderem Keywordlänge, Brand und Anzeigenposition berücksichtigt. Das Modell wird dann über Markov-Ketten-Monte-Carlo-Verfahren an die vorhandenen Daten angepasst. Aus den sich ergebenden Parameterwerten und Abhängigkeiten können dann einige Erkenntnisse gezogen werden: Die Abhängigkeit von bezahlten und organischen Klicks ist asymetrisch, der positive Einfluss (“Utility” im Modell) von bezahlten Anzeigen ist 3,5 mal stärker als der von organischen Listings. Das heißt, die organischen Suchergebnisse haben einen viel größeren Einfluß auf die Performance der Anzeigen als umgekehrt.

Durch die aufwändige Modellierung optimaler Gebote konnte der mögliche Profit für den Einzelhändler ermittelt werden. Der Algorithmus, der für die Gebotsberechnung einen positiven Zusammenhang zwischen bezahlten und organischen Klicks annahm, konnte dabei 4.2% mehr erwarteten Gewinn erwirtschaften.

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